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Therapiegebiete

Brustkrebs

Die Erkrankung in Kürze1

In Deutschland ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen: Jährlich werden bundesweit etwa 75.000 Neuerkrankungen diagnostiziert². Doch Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen und bei jeder Patientin anders auf Behandlungen ansprechen. Das liegt daran, dass die Tumore verschiedene biologische Eigenschaften haben.

Moderne Therapien setzen zunehmend auf Präzisionsmedizin – also auf individuell zugeschnittene Behandlungen, die sich an den biologischen Eigenschaften des Tumors orientieren.

Um die passende Therapie zu finden, untersuchen Ärzte deshalb die Krebszellen nach bestimmten sogenannten Markern (Rezeptoren). Sie geben Hinweise darauf, wie der Tumor wächst und welche Therapie besonders wirksam sein könnte. Gleichzeitig können diese Marker geeignete Ziele für die moderne Therapien der Präzisionsmedizin sein.

Zwei der wichtigsten Marker sind ER (Estrogen receptors / Östrogenrezeptoren) und HER2 (Human Epidermal Growth Factor Receptor 2 / Humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2).

Man unterscheidet vor allem drei Gruppen:

  • Hormonrezeptor-positiver (HR+) Brustkrebs: Dies ist die häufigste Form. Die Krebszellen reagieren empfindlich auf Hormone (Östrogen oder Progesteron) und wachsen. Bei HR-positivem Krebs wird versucht, den Einfluss der Hormone auf das Tumorwachstum zu stoppen.

  • HER2-positiver Brustkrebs: Diese Zellen haben zu viele HER2-Rezeptoren auf der Oberfläche, die das Wachstum fördern. Dieser Typ wächst meist schnell, lässt sich heute aber mit gezielten Therapien sehr gut behandeln - beispielsweise Antikörper.

  • Triple-negativer Brustkrebs (TNBC): Hier fehlen die typischen Marker für Hormone (Östrogen, Progesteron) und HER2. Herkömmliche Hormontherapien helfen hier nicht. Stattdessen kommen meist Chemotherapien, Immuntherapien oder neue Wirkstoff-Kombinationen zum Einsatz.

Der HR+/HER2- Subtyp ist mit etwa 71% aller Fälle die am weitesten verbreitete Form von Brustkrebs bei Frauen und so auch entscheidend für die Therapieplanung³.

Die sogenannte endokrine Therapie (ET) ist hier der wichtigste Baustein. Ihr Ziel ist es, den Hormonspiegel zu senken oder die Rezeptoren zu blockieren, damit die Krebszellen kein Wachstumssignal mehr erhalten. Kombinationen aus endokriner Therapie und sogenannten CDK4/6-Inhibitoren haben die Behandlung in den letzten Jahren deutlich verbessert. CDK4/6-Inhibitoren (Cyclin-dependent kinases inhibitors / Hemmstoffe der Cyclin-abhängigen Kinasen) sind gezielte Krebsmedikamente, die den Zellzyklus und so das Wachstum stoppen.

Bei einigen Patientinnen verändert sich der Tumor allerdings mit der Zeit und wächst trotz der Behandlung weiter – er wird "resistent" gegenüber der aktuellen Therapie. Oft liegt diese Resistenz an einer Veränderung im Erbgut der Krebszellen, wie zum Beispiel der ESR1 (Estrogen Receptor 1, Östrogenrezeptor 1) Mutation. Dies kann den Krankheitsverlauf erschweren. Um diese Resistenzen zu durchbrechen, wurde eine neue Klasse von Medikamenten entwickelt, die oralen SERDs (Selective Estrogen Receptor Degrader / selektiver Östrogenrezeptor-„Abbauer“, wie das Präparat von Menarini Stemline). Im Gegensatz zu älteren Medikamenten, die gespritzt werden mussten, können diese bequem als Tablette eingenommen werden. Sie wirken direkt am Rezeptor und sollen helfen, die Resistenz zu überwinden und den Patientinnen wieder eine wirksame Therapie ermöglichen - ein gutes Beispiel für den Fortschritt der Präzisionsmedizin.

Ein wichtiger Teil der Präzisionsmedizin ist die Analyse von Tumorveränderungen. Durch moderne Diagnostik, wie Bluttests zur Analyse von Tumor-DNA, können Veränderungen früh erkannt und die Therapie entsprechend angepasst werden.

Insgesamt zeigt sich: Die Therapie des Brustkrebses wird immer individueller. Durch die genaue Analyse von Tumormerkmalen können Behandlungen besser umgestellt werden.

 

Menarini Stemline arbeitet gemeinsam mit Partnern daran, die genetischen Merkmale und das Immunsystem von Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs genau zu untersuchen. Ziel ist es, neue biologische Zielstrukturen zu finden, um auch in Zukunft innovative und noch wirksamere Therapien anbieten zu können.

Weitere Informationen insbesondere für das medizinische Fachpersonal finden sie:

hier auf esr1mutation.de

Weitere Informationen insbesondere für PatientInnen und Angehörige finden sie hier:

1. ESMO. Breast Cancer: A guide for patients. Available at: https://www.esmo.org/content/download/6593/114959/1/EN-Breast-Cancer-Guide-for-Patients.pdf. Accessed 11 June 2025.

2. Robert Koch-Institut, Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD). Publikation: „Krebs in Deutschland für 2021-2023“, 15. Ausgabe 2025.

3. Dannehl et al. Implementation and Evaluation of a Breast Cancer Disease Model Using Real-World Claims Data in Germany from 2010 to 2020. Cancers 2024, 16, 1490.